„Aber damit verdienst du doch nichts.“

Ich kann diesen Satz nicht mehr hören. Er nervt mich so extrem. Aber ich schaffe es immer, den Leuten höflich zu antworten. Es geht um folgendes: ich hole mein Abitur, oder in dem Fall erst Mal das Fachabitur nach, um danach zu studieren. Und ich habe mir seeeehr lange, seeehr viel Gedanken darüber gemacht, was ich studieren möchte. Ich hatte mich entschieden, die Entscheidung wieder umgeworfen usw. Bis ich mich auf vorerst zwei Studiengänge eingegrenzt habe. Mit diesen denke ich einfach, komme ich dem, was mir Spaß macht und womit ich mir vorstellen kann lange Zeit jeden Tag 8 oder mehr Stunden zu verbringen, am nächsten. Ich will nicht verraten was es genau ist, weil ich nicht weiß, ob das wirklich klappt. Verfluchter NC! Jedenfalls geht es um die oben genannte Aussage, die man sich jedes Mal anhören darf, wenn man von einem Studium spricht, welches nicht Jura, Medizin oder irgendwas wirtschaftliches ist. Geisteswissenschaftler werden alle Taxifahrer, bla bla bla.

Natürlich müssen wir Geld verdienen, um leben zu können. Um die Miete zu zahlen, uns den Urlaub zu leisten und damit wir nicht in Müllsäcken durch die Gegend laufen. Aber ich frage mich, ob Geld alles ist, was diese Menschen glücklich macht? Ich kenne da so ein Mädel. Sie hat etwas Geisteswissenschaftliches studiert und ihr Traum wäre es in der PR-Branche zu arbeiten. Dort ist sie aber nie gelandet (wobei sie wohlgemerkt auch nie etwas dafür getan hat, wie Praktika zum Beispiel) und jetzt, mit Anfang 30, möchte sie ihr „Erwachsenen Leben“ nicht aufgeben und wieder wie ein Student leben. Ihr ist das Geld, mit dem sie ihre Wohnung (die nebenbei bemerkt nicht mal groß ist, aber in einem teuren Bezirk liegt) und ihre Klamotten bezahlen kann, wichtiger. Dafür nimmt sie in Kauf, dass sie, zumindest die nächste Zeit, einen ziemlich beknackten Job machen muss, wofür sie nicht mal annähernd Anerkennung bekommt oder der ihr überhaupt wirklich Spaß macht. Okay, ich merke gerade, ich kenne einige solcher Leute. Und ich kann es absolut nicht nachvollziehen. Ich weiß, dass es schwer ist, alles um zu krämpeln und von vorne anzufangen. Auch mit sehr wenig Geld. Ich tue es ja bald selber. Mir ist aber meine geistige Gesundheit und meine emotionale Verfassung wichtiger, als ein Haufen Klamotten oder jede Woche essen zu gehen. Wenn ich hart arbeite, dann werde ich das mit dem gut (besser) bezahlten Job nach meinem Studium noch laaange genug tun können.

Und ja, ich glaube daran, dass egal was man studiert, man nachher glücklicher und reicher sein wird, wenn es dazu führt, dass man einen Beruf ausüben kann, der zu einem passt und einem gefällt. Genauso natürlich auch mit einer Ausbildung. Das heißt nicht, dass es jedem wichtig ist ein Auto zu besitzen, oder in einer diesen Wohnung zu leben oder die neueste Chanel Handtasche zu besitzen. Für manche Menschen bedeuten andere Dinge Reichtum. Ihr merkt, das Thema bringt mich ganz in Rage, ich schweife schon ab.

Es kann nicht jeder ein super Jurist werden. Dafür wird nämlich ein 1 A Staatsexamen vorausgesetzt. Es kann und will auch nicht jeder ein Arzt werden. Und bei dem Thema Wirtschaft wird manch einem ganz übel. Wieso also, diese Leute in einen Berufszweig zwängen, der ihnen gar nicht liegt, nur weil man gut verdient?

Ist es nicht so, dass wenn man etwas tut, was man nicht mag, der Erfolg ausbleibt? Genauso anders rum, wenn man etwas tut, was einem liegt und Spaß macht, der Ehrgeiz da ist Erfolg zu haben?

Das ist genau der springende Punkt, der meiner Meinung nach zählt. Wenn man ein Ziel hat und etwas mit Leidenschaft tut, dann kommt auch irgendwann der Erfolg. Und der führt dazu, dass man im besten Falle auch gut verdient. Es sei denn, man macht etwas sozialen in beispielsweise Afrika. Dann wird man nicht reich, aber ich wette sehr glücklich. Kann ich mir zumindest vorstellen. Jedenfalls, sollte Geld nicht der wichtigste Punkt sein, wenn man an seine Zukunft und an seine Ausbildung denkt. Beschissene Jobs kann man immer machen. Dazu braucht man meistens nicht mal eine besondere Ausbildung… Call Center und so.

Ich musste dazu einfach mal etwas „sagen“. Das war’s dann schon von mir zu diesem Thema.

 

Habt noch einen schönen Sonntag!

 

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