Wo ist die Romantik geblieben?

Oh, sie liegt da auf dem Müllhaufen, den wir „Erwartungen“ nennen.

Fällt nur mir das auf oder geht es euch genauso? Mit zunehmendem Alter verfliegt die Romantik. Es gibt keine Schmetterlinge im Bauch, keine extreme Aufregung mehr vor den Treffen, kein „ich vermisse ihn, obwohl ich ihn vor 3 Stunden das letzte Mal gesehen hab“. Wir lernen Männer kennen, zum Beispiel im Internet, und entscheiden ganz rational, ob es passt oder nicht. Stimmt die Chemie während des Schreibens, trifft man sich. Man spricht vielleicht über Lebensvorstellungen und entscheidet dann auch wieder ganz rational, ob es passt oder nicht. Wenn es weiterhin gut läuft, trifft man sich erneut und schläft das erste Mal miteinander. Ist der Sex gut gibt es weitere Dates, ist er schlecht wird der Kerl abgeschossen. Das hat doch nichts mehr mit Liebe oder Romantik zu tun?! Ich sträube mich dagegen, weiterhin so vorzugehen. Nö, nö, nö.

Ich will verliebt sein, so richtig doll verliebt. So verliebt, dass ich das Gefühl habe, ich würde auf Wolke 7 schweben. Ich möchte vor einem Date so aufgeregt sein, dass ich kurz davor bin zu brechen. Eine Berührung von ihm, soll sich wie Feuer auf meiner Haut anfühlen und ein Kuss soll mich zum dahinschmelzen bringen. Ich möchte alle meine Freunde nerven und ihn vermissen, sobald wir 5 Minuten lang voneinander getrennt sind. Kurz gesagt: ich möchte so richtig verrückt-verliebt sein.

Die Art wie wir mittlerweile auf Verabredungen gehen oder Männer kennenlernen ist so emotionslos. Nicht unsere wahren Gefühle sind Entscheidungsträger, sondern Anforderungen, die wir in unserem Kopf haben. Natürlich habe auch ich gewisse Anforderungen, aber irgendwo muss man doch auch flexibel und kompromissbereit sein? Wir gehen ins Kino und nach der Filmvorstellung wird der Film diskutiert. Wo sind die Zeiten hin, in denen man sich heimlich an der Hand berührt hat? In denen der Film und die Rezension danach zweitrangig war und nur die Nähe gezählt hat?

Auch bei Mr.Korb, dem Mann den ich zuletzt gedatet habe, war es nicht anders. Es war alles so rational. Klar habe ich ihn sehr gemocht und konnte mir etwas Festes vorstellen, aber es war eher die Vorstellung davon, wie es sein könnte, als die tatsächliche Realität, die mich so hat empfinden lassen. Er war ein eigenständiger Mann, der wusste was er will, lieb ist und Manieren hat. Das sollten doch aber nicht die ausschlaggebenden Gründe sein, sich zu verlieben. Es sollten Gefühle sein, die sich entwickeln und die uns rasend machen vor Verlangen. Und ich meine nicht zwangsläufig das Verlangen nach Sex, sondern schlichtweg nach der anderen Person. Der Wunsch alle Gedanken und Wünsche zu erfahren und mit dem Menschen auf emotionaler Ebene zu verschmelzen, dieser Wunsch sollte den anfänglichen Verlauf einer Beziehung bestimmen. Männer, die gut auf dem Papier sind, finden wir wahrscheinlich an jeder zweiten Ecke. Aber Männer, die unsere Herzen berühren und uns auf eine romantische Weise verrückt machen, die finden wir nicht, indem wir unsere Lebensläufe vergleichen. Auf diese Männer müssen wir uns einlassen, wenn sie uns begegnen. Auch wenn der Gedanke beängstigend ist, weil wir nicht wissen, ob wir da wieder heil rauskommen, ist das der einzige Weg wieder etwas mehr Romantik in unser Leben zu bringen und wirklich aus tiefstem Herzen zu fühlen und im besten Falle zu lieben.

Mein Fazit: seid offen für Männer, die nicht dem Wunschprofil aus eurem Kopf entsprechen, sondern die euer Herz berühren.

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